Wie funktioniert die Homöopathie?
Die Grundlage der Homöopathie ist das Ähnlichkeitsgesetz.
Dieses Naturgesetz besagt, dass Menschen geheilt werden, wenn das für sie ausgewählte Mittel in seiner Arzneimittelprüfung Symptome hervorgebracht hat, die denen, die der Patient gerade zeigt möglichst ähnlich sind. 
 
Ein fast alltägliches Beispiel:
Sie sind z.B. erkältet, haben tränende und brennende Augen, eine kribbelnde und laufende Nase, es ist schlimmern in warmen Räumen und besser, sobald sie das Fenster öffnen und frische Luft bekommen.
Es wird ihnen nur das Arzneimittel helfen, das in der Lage ist diese Symptome hervorzubringen.
Schneiden sie Küchenzwiebeln, so entwickeln Sie nach kurzer Zeit oben genannte Symptome von Augenbrennen, scharfem Nasenausfluss etc. Die Küchenzwiebel hat bei einem Gesunden Krankheitssymptome entwickelt.
Haben Sie nun ähnliche Symptome wie bei der vorgenannten Erkältung, so wird das aus der Küchenzwiebel hergestellte homöopathische Mittel Allium cepa diese Erkältung heilen.  
 
Ein anderes Beispiel:
Wenn man längere Zeit unter Stress steht bekommt man vielleicht Durchfall, wird unruhig, empfindlich für Berührungen, Licht und Geräusche und wird reizbar.
Dieser Zustand erinnert daran, wie man sich fühlt, wenn man zuviel Kaffee getrunken hat.
In dem Fall wird das Arzneimittel ‚Coffea helfen.
 
Homöopathische Arzneimittel zeigen in ihren Prüfungen teilweise sehr tiefgehende Symptome. Neben körperlichen eben auch Gemütssymptome, z.B. Ängste, Eifersucht, Tics, Heimweh, ständige Müdigkeit, ständige Zweifel, Ruhelosigkeit.
 
  
Woraus bestehen homöopathische Arzneimittel?
Homöopathische Arzneimittel werden aus verschiedensten Substanzen hergestellt. Sie können u. a. pflanzlichen (z.B. Herbstzeitlose- ‚Colchicum autumnale, Ringelblume- ‚Calendula), metallischen (z.B. Gold- ‚Aurum, Silber- ‚Argentum metallicum) oder tierischen (z.B. das Gift der Buschmeisterschlange- ‚Lachesis, die Hundemilch- ‚Lac caninum) Ursprungs sein.
 
 
Wie werden homöopathische Arzneimittel verabreicht?

Homöopathische Arzneimittel werden meist als Globuli (kleine Milchzuckerkügelchen), oder Tropfen verabreicht. In sehr niedrigen Potenzen gibt es sie auch in Tablettenform.
 
 
Was sind homöopathische Einzelmittel?

Einzelmittel sind die in der Klassischen Homöopathie verwendeten Arzneimittel. Sie bestehen aus nur einem Ausgangsstoff, z.B. Sulfur, Kochsalz, Kieselsäure. In einer Arzneimittelprüfung wird ihr Wirkspektrum erforscht; sie werden entsprechend der Ähnlichkeit der Symptome der Prüfung mit denen des Patienten verschrieben.
 

Was sind Komplexmittel?
Als Komplexmittel bezeichnet man die Mischung mehrerer Einzelmittel. Es gibt Einzelmittel, die besonders häufig für bestimmte Akutkrankheiten notwendig sind. Die Idee der Komplexmittel ist, dass die Mischung der meistgebrauchten Einzelmittel für eine Krankheit, z.B. eine Erkältung, die Heilungsrate wesentlich erhöht. Bedacht wird dabei nicht, dass sich die Einzelmittel in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen und die Wirkung eines Komplexmittels niemals in einer ‚richtigen homöopathischen Arzneimittelprüfung getestet wurde. Deshalb verwendet ein Klassischer Homöopath nur Einzelmittel.
 
 
Woran erkenne ich, dass ein Mittel kein homöopathisches Einzelmittel ist?

Viele Medikamente, z.B. Pflanzenheilmittel, tragen heute die Bezeichnung ‚homöopathisches Arzneimittel. Diese Bezeichnung ist sehr irreführend, denn ein Arzneimittel wirkt nur homöopathisch, wenn es nach den Regeln der Klassischen Homöopathie verschrieben wird. Sobald jedoch mehr als eine Ausgangssubstanz enthalten ist, also z.B. Aconitum D6 und Argentum-nitricum D12 halndelt es sich nicht mehr um ein Einzelmittel.
 
 
Wie sieht der erste Besuch beim Homöopathen aus?

Der erste Besuch beim Klassischen Homöopathen dient der Anamneseerhebung. Dieses Gespräch dauert etwa 1½ - 2 Stunden, in denen aktuelle Beschwerden und deren Hintergrund genauso wie die Krankengeschichte besprochen werden. Danach verschreibt der Homöopath ein homöopathisches Einzelmittel. Manchmal geschieht dies direkt beim ersten Besuch, manchmal muss ein Fall aber auch nochmals gründlich durchdacht werden und es wird ein Folgetermin wenige Tage später oder ein Telefongespräch vereinbart, bei dem dann die Verschreibung besprochen wird.
 
 
Wie sieht die weitere Behandlung aus?

Der weitere Verlauf der Behandlung ist sehr individuell. Meist wird ein Telefontermin zur Besprechung der Reaktionen auf das homöopathische Arzneimittel vereinbart, evtl. noch mal ein Folgetermin. Das wichtigste ist, wenigstens telefonisch im Kontakt mit dem Homöopathen zu bleiben, damit rechtzeitig eingegriffen werden kann, wenn ein Mittel wiederholt werden muss.
 
 
Übernehmen Krankenkassen die Kosten?
Im Normalfall übernehmen private Krankenkassen und einige Zusatzversicherungen zur gesetzlichen Krankenversicherung die Kosten, manche teilweise, einige komplett, je nach Art des Versicherungsschutzes.
Die Höhe der Kosten einer Behandlung ist sehr unterschiedlich, je nach Komplexität und Zeitintensität des Falles und können gerne telefonisch erfragt werden.
 
 
Wenn mein Arzt mir Homöopathie verschreibt zahlt s die Kasse...
Einige gesetzlichen Krankenversicherer übernehmen die Kosten für homöopathische Arzneimittel, wenn sie von einem Arzt verschrieben werden. Leider übernehmen sie auch bei ärztlicher Behandlung nicht die Kosten einer klassisch homöopathischen Erstanamnese, die die Basis jeder erfolgreichen Behandlung ist.
 
 
Stimmt es, dass man bei homöopathischer Behandlung keinen Kaffee trinken darf?

Jein. In der Klassischen Homöopathie gibt es keine Pauschalempfehlungen, die für alle gelten. Allerdings werden einige homöopathischen Arzneimittel durch besonders aromatische Substanzen in ihrer Wirksamkeit beeinflusst. Dies kann z.B. Kaffee sein, aber auch Essig oder Menthol. Ob davon das ein oder andere für eine Zeitlang aus der Ernährung gestrichen werden sollte, entscheidet der Klassische Homöopath in jedem Fall einzeln.
 
 
Ist ein Homöopath dasselbe wie ein Heilpraktiker?

Nein. In Deutschland sind zwei Berufsstände dazu berechtigt, die Heilkunde auszuüben: Ärzte und Heilpraktiker. Die Heilkunde übt man durch Anwendung einer Therapieform, z.B. Klassische Homöopathie, Akupunktur, Phytotherapie aus. Die Homöopathie ist eine Therapieform, die sowohl von Heilpraktikern als auch von Ärzten ausgeübt werden kann.
 
 
Ist Homöopathie dasselbe wie Naturheilkunde?

Nein. Die Naturheilkunde ist die Lehre und Forschung über die Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten unter Einsatz der Naturheilverfahren. Naturheilverfahren basieren auf den natürlichen Faktoren Licht, Luft, Wasser, Ernährung, Bewegung.
Die klassische Homöopathie dagegen zählt zur Ganzheitsmedizin, die das körperliche, geistige und seelische Befinden eines Menschen betrachtet und nach dem ‚Ähnlichkeitsgesetz arbeitet.
 
 
Ist Homöopathie dasselbe wie Naturheilverfahren?
Nein. Naturheilverfahren sind die zur Naturheilkunde gehörenden Therapieformen, z.B. Ernährungstherapie, Pflanzenheilkunde, Hydrotherapie.
 
 
Ist Homöopathie dasselbe wie Pflanzenheilkunde?

Nein. Die zu den Naturheilverfahren zählende Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) arbeitet mit rein pflanzlichen Arzneien, z.B. als Tee, Salbe, Badezusatz. Die Ausgangsstoffe homöopathischer Arzneimittel sind vielfältig, sie können u.a. auch tierischen Ursprungs sein, z.B. Schlangengift. Die bedeutendsten Unterschiede finden sich allerdings in den Regeln, nach denen eine Arznei verschrieben wird und da gilt nur in der Homöopathie das unumgängliche Gesetz: ‚Simila similibus curentur- Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden.
 
 
Bei meinem Freund haben die Kügelchen nicht geholfen...

Es gibt einige Faktoren, die dazu führen, dass eine Behandlung nicht erfolgreich verläuft. Der häufigste Grund ist, dass die Verschreibung nicht nach der wichtigsten Regel der Klassischen Homöopathie, dem Ähnlichkeitsgesetz, getroffen wurde.
 
 
Was kann man mit Klassischer Homöopathie behandeln?
Grundsätzlich gilt, dass alle Krankheiten, die den Selbstregulierungskräften des Organismus zugänglich sind klassisch homöopathisch behandelt werden können. Hauptfelder in der Praxis sind chronische, nur schwer heilbare Erkrankungen, z.B. Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis, Allergien. Akute Stresssyndrome, Infekte, psychische Störungen sind ebenfalls häufige Fälle in der Praxis. Aber auch schwere Pathologien wie Osteoporose, M. Crohn, Diabetes, sogar Krebs können klassisch homöopathisch behandelt werden, wenn nicht ausschließlich, dann hervorragend begleitend zur Schulmedizin.
 
 
Was kann man nicht mit Klassischer Homöopathie behandeln?

Lebensbedrohliche Notfälle und Indikationen für die Chirurgie, wie z.B. Knochenbrüche sind natürlich nicht mit klassischer Homöopathie zu behandeln. Auch bei schweren Krankheiten wie M. Crohn, Diabetes und Krebs müssen streng die Vor- und Nachteile einer homöopathischen Behandlung abgewogen werden, evtl. bietet sich eher eine die Schulmedizin begleitende homöopathische Behandlung an.
 
 
Muss ich mich zwischen Schulmedizin und Homöopathie entscheiden?
Nein. Die meisten Ärzte und selbst Kliniken sind mittlerweile klassisch homöopathischer Behandlung gegenüber aufgeschlossen. Und auch die meisten Heilpraktiker können undogmatisch mit der Schulmedizin zusammenarbeiten.
 
 
Stimmt es, dass Homöopathie keine Nebenwirkungen hat?

Nebenwirkungen sind unerwünschte Wirkungen eines Arzneimittels, die neben dessen erwünschter Hauptwirkung auftreten können. Werden ‚homöopathische Arzneimittel nach den Regeln der Klassischen Homöopathie verschrieben, treten nur äußerst selten Nebenwirkungen auf. Besonders wichtig ist dabei natürlich die richtige Wahl des Arzneimittels, aber besonders auch die richtige Dosierung.
 
 
Stimmt es, dass homöopathische Arzneimittel langsam wirken?

Nein. Die Schnelligkeit der Arzneiwirkung ist in jedem Fall unterschiedlich, je nachdem, ob es sich um einen akuten oder chronischen Prozess handelt. So muss ein gut gewähltes Arzneimittel bei einem Asthmaanfall beispielsweise binnen Minuten oder gar Sekunden wirken, die Behandlung des chronischen Asthmas wird dagegen einige Zeit dauern.