Was ist Homöopathie?
 
‚Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit Samuel Hahnemann, §2, Organon, 6. Auflage.

Klassische Homöopathie
Die Klassische Homöopathie ist eine ganzheitliche Therapieform, das bedeutet, dass sowohl in die Diagnosestellung als auch in die Therapie Aspekte aus allen Ebenen des Menschen einbezogen werden.
Körper, Geist und Seele sind untrennbar miteinander verknüpft und beeinflussen sich gegenseitig. Körperliche Symptome sind nur der Ausdruck einer zugrunde liegenden Störung der Lebenskraft und weisen darauf hin, dass der Mensch aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die Homöopathie begleitet Erwachsene ebenso wie Kinder, Säuglinge und sogar Tiere sanft und dauerhaft zurück zum inneren Gleichgewicht, zu körperlicher und seelischer Gesundheit.

Das Prinzip der Homöopathie
Die Klassische Homöopathie ist eine Ende des 18. Jahrhunderts von Samuel Hahnemann entdeckte und weiterentwickelte medikamentöse Therapieform. Es gibt drei Grundpfeiler auf denen sie aufbaut:
- die Arzneimittelprüfung am Gesunden, - das Ähnlichkeitsgesetz, - die richtige Dosierung der Arzneien.

Christian Friedrich Samuel Hahnemann
Die Klassische Homöopathie wurde Ende des 18.Jh von dem deutschen Arzt Christian Friedrich Samuel Hahnemann entdeckt und begründet. Er studierte Medizin in Leipzig und schloss sein Studium 1779 mit demDoktorexamen ab.
Schon kurz nach der Aufnahme einer eigenen Praxis begann Hahnemann an den damals üblichen Behandlungsmethoden zu zweifeln. Aderlässe, Brech- und Abführkuren, stärkste Quecksilber- oder Arsenmedikationen führten häufiger zum Tod als zur Genesung der Menschen. Desillusioniert gab Hahnemann schon bald seine Praxis wieder auf und arbeitete als Übersetzer medizinischer Werke. 1790 übersetzte er eine Schrift eines Engländers über die Wirkung der Chinarinde bei Malaria. Der Autor, Dr. Cullen, führte die Wirksamkeit auf die ‚Magen stärkende Eigenschaft der Rinde zurück. Hahnemann erschien diese Erklärung nicht ausreichend, er wollte die Wirkung des Medikaments an sich selbst prüfen. Also nahm er im Selbstversuch wiederholt Chinarinde ein, solange bis er Fieber, Schüttelfrost und andere malariaähnliche Symptome bekam. Als er die Einnahme der Heilpflanze absetzte, verschwanden die Symptome wieder. In dieser ‚Geburtsstunde der Homöopathie erkannte Hahnemann, dass die Chinarinde Malaria nicht durch ‚Magen stärkende Eigenschaften heilt, sondern weil die Pflanze am Gesunden malariaähnliche Symptome erzeugen kann. Diese gewaltige Entdeckung ließ Hahnemann jahrelang an sich selbst und später an seiner Familie experimentieren, er probierte verschiedenste Substanzen in ihrer Wirkung am Gesunden.

Das Ähnlichkeitsgesetz

Nachdem Hahnemann mehrere Substanzen auf ihre Wirksamkeit geprüft hatte, begann er sie in Krankheitsfällen, deren Symptome den erprobten Wirkstoffen ähnlich waren einzusetzen. Zunächst in den damals üblichen stärksten Dosierungen, später verdünnte er die Dosis immer weiter, um Nebenwirkungen der teilweise sehr giftigen Ausgangssubstanzen zu mindern.
 
Er formulierte das Ähnlichkeitsgesetz ‚Similia similibus curentur- ‚Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden als Basis der Homöopathie.
 
Ein fast alltägliches Beispiel:
Schneiden sie Zwiebeln, so entwickeln Sie schon nach kurzer Zeit Symptome: tränende und brennende Augen, eine kribbelnde und laufende Nase, es ist schlimmer in warmen Räumen und besser, sobald sie das Fenster öffnen und frische Luft bekommen. Die Küchenzwiebel hat bei einem Gesunden Krankheitssymptome entwickelt.
Äußert sich eine Erkältungen oder Heuschnupfen durch diese Symptomatik, so ist das aus der Küchenzwiebel hergestellte homöopathische Arzneimittel ‚Allium cepa das heilende Arzneimittel.
 
Ein ‚giftigeres' Beispiel:
Isst man versehentlich Tollkirschen, treten typische Vergiftungserscheinungen auf: Die Haut wird heiß, das Gesicht rötet sich, die Pupillen weiten sich und die Augen werden glänzend. Im Extremfall kommen Halluzinationen dazu oder gar krampfartige Zuckungen. Diese typischen Symptome können vor allem bei Kindern mit hohem Fieber auftreten. In diesem Fall wird ‚Belladonna das passende homöopathische Arzneimittel sein.

Materia Medica/ Arzneimittelprüfung
Hahnemann prüfte bis zu seinem Tode immer neue Substanzen auf ihr Wirkspektrum. Seitdem werden bis heute ständig weitere Substanzen geprüft- diese so genannten Arzneimittelprüfungen werden heute in wissenschaftlich anerkannten Doppelblindstudien durchgeführt. Sämtliche Erscheinungen der Prüfungen werden in der Materia Medica, einem Verzeichnis aller Symptome, für jedes einzelne Mittel vermerkt.
 
Individualität/ Anamnese
So einzigartig, wie jeder Mensch nun einmal ist, so individuell ist auch seine Behandlung. Es gibt keine ‚einfache Verschreibung eines Erkältungs- oder Kopfschmerzmittels, jeder Patient erlebt seine Erkältung/ Kopfschmerzen/ Kummer… anders. Für uns Homöopathen ist es für die richtige Arzneimittelwahl essentiell, die Krankheitssymptome in jedem Fall genau beschrieben zu bekommen- sind die Kopfschmerzen z.B. am Abend schlimmer, ist der Schmerz pochend, nur auf einer Seite zu spüren, wird er mit Wärme oder im dunklen Raum besser? Außer den jeweiligen Symptomen muss auch die Ursache einer Erkrankung besprochen werden: das plötzliche Gewitter während einer anstrengenden Bergwanderung kommt dabei ebenso in Betracht, wie ein schlechtes Essen oder auch psychische Auslöser wie Kummer, finanzieller Verlust, Eifersucht oder ungelöste Konflikte.Um das passende Arzneimittel zu wählen spielt außerdem der Charakter oder Gemütszustand des Menschen eine wichtige Rolle. Ist er offen für alles, unnahbar, ängstlich, aggressiv, schüchtern,…
Außer dem aktuellen Zustand des Patienten, sind die persönliche Krankheitsgeschichte sowie Krankheiten in der Familie von großer Wichtigkeit für eine erfolgreiche Behandlung.
All diese Informationen sind wichtig und unumgänglich, um das richtige homöopathische Mittel zu finden, das sanft und dauerhaft heilt.

Die Arzneimittel
Die Klassische Homöopathie verwendet potenzierte Einzelmittel unterschiedlichster Ausgangsstoffe.
Es werden pflanzliche, mineralische, tierische und selbst menschliche Substanzen verwendet.
Beispiele dafür sind Pulsatilla- die Küchenschelle, Silicea- die Kieselsäure, Lachesis- ein Schlangengift oder Lac humanum- die Muttermilch.
Aus diesen Grundsubstanzen werden nach strengen Richtlinien, die ursprünglich von Samuel Hahnemann aufgestellt wurden, homöopathische Arzneimittel hergestellt.
Diese erst flüssigen Arzneien werden entweder direkt als Tropfen verschrieben, oder auf Milchzuckerkügelchen, Globuli, übertragen, die der Patient nach individuell besprochenen Vorgaben einnimmt.

Was kann man mit Klassischer Homöopathie behandeln?

Grundsätzlich gilt, dass alle Krankheiten, die den Selbstregulierungskräften des Organismus zugänglich sind klassisch homöopathisch behandelt werden können.
Dazu zählen die meisten akuten und chronischen Beschwerden.
Einige Beispiele aus der Praxis:
- Allergien/ Heuschnupfen/ Asthma
- Chronische Hauterkrankungen
- Akute Infekte/ Infektneigung
- Migräne
- Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern
- Schlafstörungen
- Stresssymptomatik
- Sportverletzungen
- Wechseljahresbeschwerden
- Trauerbegleitung
- Ängste

Auch schwere Pathologien wie Osteoporose, M. Crohn, Diabetes oder Krebs können klassisch homöopathisch behandelt werden, wenn nicht ausschließlich, dann hervorragend begleitend zur Schulmedizin.